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Autor: Redaktion

Nicht wirklich als Fremde sondern als willkommene Gäste betrachtete man im Zillertal die „Fremd’n“ vergangener Tage,
die ihren Urlaub bei uns verbrachten.

Die Bezeichnung „Fremd’n“ war zwar auf ursprüngliches Fremdsein zurückzuführen, nahm aber keinen Einfluss auf die Art und die Herzlichkeit,
mit der man Gästen aus anderen Regionen und Ländern begegnete.

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Schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatten Wanderhändler und Sängergruppen aus dem Zillertal Menschen aus unseren Nachbarländern auf unsere Heimat neugierig gemacht. Sie spürten die innige Verbundenheit mit dem Tal und die Liebe zur Bergheimat aus den Erzählungen und Liedern der Zillertaler und wollten unsere Gegend und den Menschenschlag näher kennen lernen. 

Erst waren es vor allem Naturforscher aus aller Herren Länder, die sich aufmachten, um die Geologie, Mineralogie und Botanik unseres Tales zu erforschen und zu dokumentieren. Im Laufe des 19. Jhdts. kamen dann auch die Städter, die die Schönheit der Alpentäler und die Ursprünglichkeit der Bewohner erleben wollten. Die Lieblichkeit der Tallandschat des Zillertales mit der herrlichen Berg- und Gletscherwelt waren besonders angetan, Menschen aus den grauen Städten zu begeistern.

So schreibt Otto Hartmann in seinen Reiseberichten „Im Zauber des Hochgebirges“ in überschwänglicher Begeisterung über das Zillertal:

„Wie schön bist du mein Zillertal, du Meisterstück der Schöpfung! … Allerorten im weiten Alpengebiete sind die Berge, Täler, Flüsse und Seen eine Schatzkammer des Natürlichschönen. … Wo aber findet der unermüdliche Wanderer eine so glückliche Vereinigung aller Vorzüge und Eigenarten der Gebirgserscheinungen in reichster Mannigfaltigkeit und schöpferischer Gestaltung?

Zu jener Zeit brachten Poststellwagen und die Stellwagen des „Wallischenwirts“ die Gäste von Jenbach nach Zell. Von dort konnten sie Ein- oder Zweispänner bis Mayrhofen mieten, für die Beförderung nach Tux oder in die Gründe standen Maultiere zur Verfügung. In Hintertux wurde damals die schon seit alters her geschätzte warme Quelle in einem Badehaus den Gästen zugänglich gemacht, um ihrem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein Rechnung zu tragen. Etwas später bot auch Johann Braunegger aus Hippach in seinem Naturbad Kneippkuren an. Die Gäste logierten zu jener Zeit im Allgemeinen in guten Gasthöfen, deren Namen zum Großteil auch heute noch für Qualität bei Unterkunft und Verpflegung stehen.

Allerdings gab es um 1890 im ganzen Zillertal erst 30 Gaststätten, die für die Beherbergung von „Fremd’n“ geeignet waren.

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In der Folge kamen neben den Sommerfrischlern, die meist mehrere Wochen im Tal verbrachten, auch immer öfter sogenannte „Rucksackgäste“ und Tourengeher ins Zillertal und besuchten gerne die neu entstandenen Alpengasthöfe und Bergwirtshäuser. Mit der Gründung der Alpenvereinssektionen und den von ihnen errichteten Schutzhütten wurden Bergurlaube in immer größeren Höhen möglich.

Im Jahre 1894 wurden inklusive Schutzhüttenbesuchern 3400 Fremde verzeichnet, ein Jahr später bereits 5400.

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Um 1900 schuf man mit der Errichtung der Zillertalbahn eine neue und bessere Möglichkeit, mehr Gäste auf einfachere Weise ins Tal zu bringen.
Bis zum Jahre 1932 nahm der Fremdenverkehr nun stetig zu und noch im selben Jahr wurden in Fügen bereits 622 Fremde, in Zell 1253, in Gerlos 3701, in Tux 1932 und in Mayrhofen gar 13240 gezählt. Mittlerweile gab es auch schon viele Privatquartiere, durch deren Vermietung den Frauen neben ihrer Arbeit mit den Kindern ein Zuverdienst im eigenen Haus ermöglicht wurde. Damit tat sich auch für so manche Familie ein Weg zu bescheidenem Wohlstand auf.

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Textquellen: Hans Vilas „Das Schwazer Bezirksbuch“, Beatrix & Egon Pinzer „Zillertal, Tuxertal, Gerlostal“
Bildquellen: Archiv Walter Ungerank, Ferdl Brugger

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