Redaktion
Autor: Redaktion

Zwischen Brenner und Krimmler Achental ragt das wohl bekannteste Gebirge der Ostalpen empor - unsere Zillertaler Alpen. Bereits im Jahre 102 v.Chr. wurden diese Berge erstmals erwähnt, als germanische Volksstämme aus dem hohen Norden über den Brenner zogen und dabei auf ihren Schilden über die steilen Schneehänge hinabrodelten.

Über die Entstehung des Gebirges lassen wir die steinernen Giganten am besten selbst erzählen:
Nun, genaue wissenschaftliche Erklärungen wollen wir lieber den geschätzten Geologen überlassen. Wir möchten nur in einfachster Form unser Werden beschreiben, denken dabei aber immer in Jahrmillionen.
Ständige Bewegungen im Erdinneren ließen einen alten Ozeanteil zwischen Afrika und Europa/Asien buchstäblich in einem großen „Rachen“ verschwinden. In diesem Sog bewegte sich der afrikanische Kontinent auf den eurasischen zu, bis sie kollidierten.

Wie beim Aufeinandertreffen von Eisschollen wurden Gesteinsmassen übereinander geschoben, brachen ab und wurden empor gehoben. Und wir lagen in einem besonders stark „überfahrenen“ Bereich in einer Tiefe von 20 bis 30 Kilometern! Bei einer Temperatur bis zu 600° C und ungeheurem Druck wurde es für uns recht ungemütlich. Wir setzten uns zur Wehr und brachen nach oben aus. Am wehrhaftesten erwies sich wohl unser Bereich, die Zillertaler Alpen und Hohen Tauern, wo sich sogar tiefste Schichten aus der Gefangenschaft befreien konnten.

Nun liegt also ein besonders „geschundener“ Teil der europäischen Kontinentalplatte wie ein tektonisches Fenster zu den tiefen Erdschichten ganz oben und nennt sich Zillertaler Alpen oder mit geologischer Bezeichnung „Tauernfenster“. Und gerade diesem Umstand verdanken wir unter anderem unseren großen Mineralienreichtum.

Waxeggkees_2016.jpg

Waxeggkees 2016


Waxeggkees_1920.jpg

Waxeggkees um 1920

Unsere Vergletscherung:

Heute wird uns oft angst und bange, wenn unsere „weißen Panzer“ von Jahr zu Jahr kleiner und dünner werden. Aber was haben wir im Laufe der Erdgeschichte nicht schon alles erlebt! Eiszeiten, die mächtige Gletschermassen bis zum Alpenrand vorschoben und bei ihrem Rückzug in den Zwischeneiszeiten im Alpenvorland als Erinnerung viele Seen hinterließen, im Norden z. B. Chiemsee und Tegernsee, im Süden den Gardasee.

Oder auch Warmzeiten, die unsere Baumgrenze sogar bis 2400 m ansteigen ließen. Derzeit macht uns allerdings die rasche Erwärmung sehr zu schaffen und wir beobachten, dass sich der Dauerfrost in der Höhe zunehmend verringert und dadurch vermehrt Steinschlag auftritt. Wir glauben, dass verantwortungsvolle Menschen mithelfen könnten, den Temperaturanstieg zu bremsen.

Geologische Signatur.jpg

"Geologische Signatur"

Unsere höchsten Erhebungen und ihre Erstbegehungen:

Auf Zillertaler Gebiet gliedern wir die Zillertaler Alpen in drei große Gruppen:
den Tuxer Kamm vom Brenner bis zum Pfitscher Joch mit Olperer, Schrammacher, Gefrorener Wand und Hohem Riffler als bekannteste Gipfel mit einer Höhe von über 3000 Metern.
Den Zillertaler Hauptkamm, östlich vom Pfitscherjoch beginnend, bis hin zu den Krimmler Tauern. Gewaltige Bergriesen wie Hochfeiler, Hochferner, Großer Möseler, Großer Löffler, Schwarzenstein und viele mehr sind jedem Alpinisten ein Begriff. Und schließlich die Reichenspitzgruppe im äußersten Osten zwischen Zillergrund und Krimmler Tal mit der bekannten Reichenspitze.

Während heute sämtliche 3000er in den Zillertaler Alpen mehr oder weniger häufig bestiegen werden und Extrembergsteiger sich auch immer wieder an neue, noch schwierigere Routen wagen, misslang Hacquet und Moll im 18.Jhdt. der erste Versuch, den Greiner zu bezwingen. Erst um 1840 gelang Peter Karl Thurwieser mit zwei Zillertaler Geistlichen und einem Schullehrer aus Brandberg unter der Führung des barfuß gehenden Senners Eberharter der Gipfelsieg auf die Ahornspitze. Bald bestieg Thurwieser noch den Großen Mörchner und Schrammacher.

Das Gelingen weiterer Erstbesteigungen verdanken verschiedene Alpinisten der Führung von Georg Samer, dem „Steinklauber Josele“. Als Mineraliensucher, der seinen spärlichen Hirtenlohn durch den Verkauf schöner Stufen aufbesserte, kannte er die Berge in- und auswendig. Auf sein Konto gehen z. B. die Ersteigung von Turnerkamp und Hochfeiler, erführte aber auch auf den Olperer, Greiner und viele mehr.

Amethyst.jpg Granat.jpg Zepterquarz.jpg Bergkristall.jpg

 Amethyst                                                                 Granat                                                                          Zepterquarz                                                             Bergkristall

Begeisterte Bergsteiger schreiben:

Der alternde Thurwieser meint: „Ich bin, wenn ich am meisten steige, am gesündesten, wozu auch der geistige Genuss, die Freude des Herzens nicht wenig beitragen mögen. Ja selbst die vielen Erinnerungen an meine Bergreisen und Aussichten geben mir nicht wenig Aufmunterung des Lebens, frohen Mut und manch freudige Stunde.“

Oder Otto Hartmann: „Auf den Bergen da wohnt die Freiheit. Der Mensch fühlt sich gewissermaßen errettet aus dem beklemmenden Gewühl des gewöhnlichen Alltagslebens, er erhebt sich in eine wohltuende Einsamkeit ... Dazu kommt noch die erhabene, feierliche Ruhe, die Weite des Gesichtskreises, den das Auge umspannt und mit dem sich auch der geistige Blick zu erweitern scheint…“

Wanderer.jpg

 



Textquellen: Horst Heller / Zillertaler Alpen, Klier / Alpenvereinsführer Zillertaler Alpen 1970, Pinzer / Zillertal, Tuxertal, Gerlostal
Bildquellen: Hubert Klausner, Walter Ungerank

Eine Schmalspurbahn wird gebaut

Es geht schu dem Zillertal zua... Schon um 1868, als noch Stellwägen und Fuhrwerke auf holprigen Schotterwegen Menschen und Güter ins und aus dem Zillertal beförderten, tauchte in der Lokalpresse die Idee auf, eine Eisenbahnlinie ins Zillertal zu bauen. Doch…

Weiterentwicklung des Verkehrswesens

Es geht schu dem Zillertal zua... Seit ihrer Fertigstellung im Jahre 1902 gilt die Zillertalbahn als wichtiges und beliebtes Verkehrsmittel in und durch unser Tal. Doch schon von Beginn ihres Bestehens an mussten sich die Betreiber manchmal gegen Beschwerden…

Die Verbindung ins Salzburgische - Bau der Gerlosstraße

Es geht schu dem Zillertal zua... Bereits im Jahre 1154 wurde erstmals ein alter Saumweg über den „saltus gerlaise“ - den Gerlospass - urkundlich erwähnt. Auf diesem Weg lieferten die Bauern des Hochtales verschiedene Güter als Zins zu ihren Grundherren, den…

Vom Bau der Tuxerstraße

Es geht schu dem Zillertol zua... Wenn heute Einheimische und Gäste bequem und schnell auf gut ausgebauter 2-spuriger Straße ins Tuxertal fahren, können sie sich kaum mehr vorstellen, wie beschwerlich früher der Weg und noch mehr der Transport von Gütern von…

Tuxer Voralpen

Von bronzezeitlichem Schmuck bis zum modernen Schilift Als „Grasberge“ bezeichnen die Zillertaler das Gebirge an der Westflanke des Tales, weil es sich in sanften Formen mit saftig grünen Wiesen, Wäldern und Almböden präsentiert. Die Tuxer Voralpen reichen in…

Zeller Goldbergbau

Seit jeher übt Gold eine große Faszination auf Menschen aus, es symbolisiert Reichtum und Macht. Darum werden und wurden wohl für die Entdeckung und Gewinnung des Edelmetalls oft enorme Anstrengungen unternommen. In der Geschichte des Tiroler Bergbaues…
Auswanderer_aus_Aschau.jpg

Als Goldgräber nach Amerika

Im Zeller Goldbergbau waren im Jahr 1869 die meisten Knappen auf Grund sinkender Erträge entlassen worden. Viele von ihnen standen nun ohne Arbeit und Brot da. Dazu kam die Tatsache, dass schon seit Jahren mehrere Gruppen aus Tirol dem Lockruf des Goldes aus…

Die Jagd im Zillertal

So manch alte Flurbezeichnung sowie einzelne Namen von alten Gehöften im Zillertal und seinen Gründen weisen auf eine lange und traditionsreiche Geschichte des Jagdwesens in unserem Tal hin. Professor H. J. Lindemann aus Innsbruck spricht auf Grund seiner…

Von Wilderern im Zillertal

Die Jagdlust scheint gar vielen Menschen angeboren zu sein. Vielleicht reicht sie ja auch in eine Zeit zurück, als sich der Mensch als Jäger und Sammler alles, was die Natur an Essbarem anbot, uneingeschränkt zunutze machen konnte. „Alles für alle“ war die…

Die ersten Fremden

Nicht wirklich als Fremde sondern als willkommene Gäste betrachtete man im Zillertal die „Fremd’n“ vergangener Tage, die ihren Urlaub bei uns verbrachten.Die Bezeichnung „Fremd’n“ war zwar auf ursprüngliches Fremdsein zurückzuführen, nahm aber keinen Einfluss…

Die Fischerei im Zillertal

In früheren Zeiten spielten Fische auf dem Speiseplan eines Großteils der Bevölkerung in unserer Gegend kaum eine Rolle. In der gehobenen Gesellschaft oder auch in Klöstern erfreute man sich jedoch besonders an Freitagen oder in der Fastenzeit an…

Vom Postwesen - der Postbus kommt

Während über die Postämter im "Zillertaler Haupttal" schon berichtet wurde, sollen nun auch noch interessante Details über die Postzustellung in den Seitentälern erwähnt werden. Auch vom „Postverkehr“ als Unternehmen zur Personenbeförderung wird in folgendem…

Vom Postwesen im Zillertal

Geschichte: Vom Postwesen im Zillertal Kaiser Maximilian I. übergab der oberitalienischen Adelsfamilie Taxis den ersten regelmäßigen Postdienst im Reich, eine sogenannte „Posterei“, mit Innsbruck als Tiroler Zentrale. Bereits im Jahre 1507 scheint Baptista de…

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok