Der Floitengrund (Floitental)

 

Von Ginzling zweigt nach Südosten hin der Floitengrund ab, von den Einheimischen kurz „Floite“ genannt. Sie liegt ebenso wie die Gunggl auf Mayrhofner Gemeindegebiet
und wird als Alm- und Ausflugsgebiet nicht ganzjährig bewohnt.


Blick in die Floite "Sulzenalm"

Das langgestreckte Hochtal kann vielleicht als eines der großartigsten Nebentäler bezeichnet werden. Wer beim flach einfallenden Licht des Sonnenaufgangs oder am späten Nachmittag durch die Floite wandert, erlebt den wildromantischen Charakter des Trogtales mit seinen steilen, felsigen Seitenhängen, den Schluchten und kaum begehbaren Karen in besonderer Weise.
Die Krönung bildet der steil ansteigende Talschluss mit dem zerrissenen Floitenkees und den imposanten Dreitausendern. Der Höhenunterschied zwischen dem Talboden und den Berggipfeln beträgt etwa 1700 m. Im Frühjahr oder bei Unwettern donnern immer wieder gewaltige Muren, Felsstürze und Lawinen von den Wänden und Schluchten und hinterlassen auf dem Talboden wilde Steinwüsten, die manchmal sogar den Floitenbach in ein neues Bachbett drängen. In einem Volksliedtext heißt es nicht umsonst:

„A da Floit‘, a den Grobn, hot’s die Weglang vatrogn,
hot’s die Steglang ausgschwoabt, obr a Schneid hot’s ins gloapt.“


Von Ginzling aus kann der Wanderer und Bergsteiger noch mit einem PKW bis zur Tristenbachalm fahren, in deren Nähe sich eine Wasserfassung der Zemmkraftwerke und ein Parkplatz befinden. Von dort führt ein angenehmer Schotterweg über die Sulzalm zur Steinbockhütte, die in vergangenen Tagen schon einmal von der Lawine weggerissen wurde.
Über die Bockachalm und die Baumgart Alm gelangt man weiter bis zum Talschluss. Rechter Hand führt eine Brücke über den reißenden Floitenbach zur Mörchnerscharte.

Dieser Steig ist ein Teil der 30 km langen Strecke des Steinbockmarsches, der von Ginzling über besagte Scharte zur Berlinerhütte, und durch den Zemmgrund zum Gasthof Breitlahner führt und den Teilnehmern alles abverlangt. Auf der linken Seite gelangt man auf einem schön angelegten Steig über eine Steilstufe zur 2228 m hoch gelegenen Greizerhütte. Für die Mühen des Weges wird der Bergsteiger mit einem großartigen Blick auf  Floitenspitzen, Tribbachkopf, Felsköpfl und Mörchner belohnt.





Von der Jagd im Floitengrund:

Floite und Gunggl galten schon sehr früh als wildreiche Jagdgebiete. Laut Otto Stolz (Geschichtskunde des Zillertales) wird in einer Urkunde aus dem Jahre 1383 berichtet, dass der Herzog von Bayern ein „Gejaid“ in der Floite besessen habe. Im Jahre 1509 hatte Kaiser Maximilian die Steinbockreviere in der Floite und Gunggl auf Lebenszeit und drei Jahre gepachtet. Kühe durften damals nur auf niederen Almen weiden und keine Glocken tragen, auch sollte kein Alpengesang und Sennruf erklingen, um die Steinböcke nicht zu stören. Sehr beliebte Jagdherren waren um 1900 die Fürsten von Auersperg, die um 1914 ein Jagdschlössl in Ginzling erbauten und sich als große Förderer der Pfarrkirche erwiesen.


Steinbockhütte:



Berggipfel in der Floite:

floite_berge1.jpg floite_berge.jpg


Mineralien aus dem Floitengrund:

  

Amethyst  |  Pyrit                                                                                                               

 
Bergkristall  |  Periklin 


Skolezit


                                                                                                               
Noch mehr Bilder aus dem Floitengrund
Weitere Infos auch unter: Wikipedia.org

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