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Autor: Redaktion

Das traditionelle Frühlings- und Trachtenfest im Zillertal

Gauder Fest 2020 - 30. April - 03. Mai 2020

gauderfest logo
Gauderfest Programm 2020

Mittwoch, 29. April 2020
Rummelplatz
ab 14.00 Uhr
Tollkühne Fahrgeschäfte

Donnerstag, 30. April 2020

Zillertal Bier Festzelt
19.00 Uhr
Zelteinlass

20.00 Uhr
ORF Radio Tirol Musiktruch’n Gala zu Gunsten Licht ins Dunkel!
Durch den Abend führt Sie Alexander Weber! Für beste Unterhaltung sorgen die Seer, die Zillertaler Haderlumpen, die Jungen Zillertaler, die Pagger Buam und die Granaten aus der Steiermark.
Der Reinerlös kommt Licht ins Dunkel zugute!

ab 14.00 Uhr
Tollkühne Fahrgeschäfte am großen Rummelplatz

Freitag, 1. Mai 2020 / Offizieller Beginn des traditionellen Gauder Festes

Zillertal Bier Festzelt
18.30 Uhr
Zelteinlass

19.00 Uhr
Einmarsch der Bundesmusikkapelle Zell am Ziller, der Brauchtumsgruppen und der Festwägen der Brauerei.

Offizieller Bieranstich durch den Landeshauptmann

20.30 Uhr
„Gambrinus Rede“ Heiter-satirischer Jahresrückblick zum gesellschaftlichen und politischen Leben in der Zeit von Gauder Fest zu Gauder Fest

ab 21.30 Uhr
Musik & Unterhaltung mit der Gruppe "Sumpfkröten"

ab 22.00 Uhr
Gauder-Party im „Gauder Löchl“ (Eintritt ab 18 Jahren – Ausweispflicht)
Eintritt nur nach Verfügbarkeit möglich!

Samstag, 2. Mai 2020

Freizeitpark
09.00 Uhr
Tiroler Jungstutenschau der Noriker und Zillertaler Norikerschau

ab 10.00 Uhr
Bewertung der Pferde

11.00 Uhr
Tiersegnung und Preisrichten
anschließend Schauprogramm des Norikerverbandes

14.00 Uhr
Ermittlung der „Miss Gauder“

ab 10.00 Uhr
Gauder-Sechskampf - Sehenswerte Wettkämpfe rund um die Traditionen der Landwirtschaft und Brauerei: Bierfassrollen, Bierkisten Rally, Seilziehen, Fasstauben-Rennen Bierkistenkraxeln und Bierkistenstemmen

10.00 – 12.00 Uhr
Training

13.00 - 16.00 Uhr
Gauder-Sechskampf

19.00 Uhr
Preisverteilung im Zillertal Bier Festzelt

 Zillertal Bier Festzelt
12.00 Uhr
„Tag der Trachtler Jugend“ – Einzug der Jungtrachtler vom Bahnhof durch das Ortszentrum zum Festzelt

18.30 Uhr Zelteinlass – Musik & Unterhaltung mit den "Burgschröflern"

20.00 Uhr Musik & Unterhaltung mit der Gruppe "Sumpfkröten"

ab 21.00 Uhr Gauder-Party im „Gauder Löchl“ (Eintritt ab 18 Jahren – Ausweispflicht) Eintritt nur nach Verfügbarkeit möglich!

Festplatz
ab 13.00 Uhr
Musik & Unterhaltung mit „Zell Brass"

ab 15.00 Uhr
Musik & Unterhaltung mit den „Zellberg Buam“

20.00 Uhr
Musik & Unterhaltung mit „Volxrock"

Sonntag, 3. Mai 2020
10.00 Uhr
Feldmesse

11.30 Uhr
Großer Gauder Fest-Umzug – Österreichs größter Trachtenumzug mit prächtigen Pferdegespannen (gesamt ca. 2.200 Teilnehmer)
Festplatz
12.00 - 18.00 Uhr
Musik & Unterhaltung mit den „Zillertaler Haderlumpen“

Bräugarten
ab 13.00 Uhr
Musik & Unterhaltung mit "Zillertaler Gipfelwind"

Pavillonplatz
11.00 – 17.00 Uhr
Gauder Markt: Traditioneller Handwerks- und Bauernmarkt

Zillertal Bier Festzelt
ab 13.00 Uhr
Verpflegung der Umzugsteilnehmer –
für Festbesucher ab 15.00 Uhr geöffnet
anschl. Musik und Unterhaltung mit dem „Tiroler Echo"

 

 

"Treff ma ins am Gauder"

Es gilt als Österreichs größtes und wichtigstes Frühlings- und Trachtenfest mit internationalem Format sowie eines der ältesten Volksfeste des Alpenraums – das Gauder Fest in Zell am Ziller. Das traditionelle Fest findet jährlich am ersten Wochenende im Mai statt und bietet ein buntes Programm für Groß und Klein.

gauderfest

Den Auftakt bildet stets am Donnerstagabend die ORF Radio Tirol "Licht ins Dunkel"-Gala, bei der Stars der volkstümlichen Musikszene im Zillertal-Bier-Festzelt für Stimmung sorgen. Mit dem Bieranstich durch den Landeshauptmann sowie der heiter-satirischen Gambrinus-Rede wird das Gauder Fest dann am Freitag im Festzelt offiziell eröffnet. Der Samstag wiederum steht ganz im Zeichen der Trachtlerjugend und der Ranggler, die um den begehrtesten Titel im Alpenraum, den Hogmoar, kämpfen. Höhepunkt des Gauder Festes ist der traditionelle Festumzug am Sonntag, der sich mit farbenprächtigen Trachten- und Musikgruppen, Festwägen, historischen Kutschen sowie Pferde- und Ochsengespannen zum größten Trachtenumzug in Österreich entwickelt hat.

gauderfest umzug1

 

Jahrhundertealte Tradition
Die Ursprünge des Gauder Festes reichen zurück bis ins 15. Jahrhundert. Venezianische Kaufleute erwähnten schon 1428 einen Kirchtag und Jahrmarkt in Zell am Ziller. In seinen Grundzügen blieb das Gauder Fest bis heute erhalten. Mit seiner Aufnahme in die Liste der "Immateriellen Kulturerbe der UNESCO" 2014 wurde dieser Tradition Rechnung getragen.
Der Name "Gauder" entstand nicht aus dem Wort "Gaudi", sondern leitete sich vom "Gauderlehen" der Brauerrei Zillertal Bier ab, auf deren Grundstücken das Fest ursprünglich stattgefunden hatte. Seit 1950 wird das Gauder Fest im Dorfzentrum abgehalten. Mit dem Fest verbunden war von jeher die örtliche Brauerei, so öffneten die Brauereibesitzer stets nach alter Tradition die Stadel ihres Gauder-Anwesens.

 

Schutzpatron Gambrinus
Der Mythos um die historische Person des Gambrinus, der seit Jahrhunderten als Schutzheiliger des Bieres sowie König der Bierbrauer verehrt wird, ist nach wie vor präsent. Ein belgischer Edelmann soll er gewesen sein, verliebt in eine Edelfrau, die ihn jedoch nicht erhören hat wollen. Deshalb soll er seine Seele an einen Kobold verkauft und im Gegenzug die Gunst der Edelfrau sowie das Rezept für ein neues Hopfengetränk erhalten haben. Vielleicht aus diesem Grund führt Gambrinus Jahr für Jahr den Gauder-Umzug an – schützend thronend auf dem historischen "Gambrinuswagen" mit dem riesigen Bierfass.

 

Gauder-Fest-Bewerbe
Zum berühmtesten Wettbewerb des Alpenraums entwickelte sich der Ranggler-Wettbewerb des Gauder Fests. Entstanden war die historisch-gewachsene Sportart um den Titel des "Gauder Hogmoar" wohl aus dem wettkampfartigen "Hosenrecken" oder "Hosenlupfen". Die "Mairaffar", "Hagmair" und "Roblar", wie die jungen Burschen des Dorfes genannt worden waren, hatten, nur mit Hemd und Hose bekleidet, mit vollem Einsatz um den Sieg gekämpft.

 

Da der Athlet im Kampf oftmals das Hemd verloren und nur noch im Beinkleid dagestanden hatte, waren ursprünglich keine "Weibs-Personen" unter den Zuschauern geduldet worden. Ein Sieg hatte Triumpf und Prestige, eine Niederlage eine Schmach bedeutet– und dies jeweils für die ganze Region. Auch aus anderen Landesteilen waren die "Hagmair" angereist gekommen, um ihre Kraft zur Schau zu stellen.
In Form des "Ranggelns" hat sich diese alte Tradition bis heute erhalten. Bekleidet mit Leinenhemden und Hosen wird auf einer Wiese gekämpft und nach der Kampffreigabe innerhalb von sechs Minuten versucht, den Gegner sozusagen "aufs Kreuz zu werfen". Wenn einer der Kämpfer mit beiden Schultern auf dem Boden liegt, gilt der Kampf als beendet. Keinesfalls erlaubt sind Würgetechniken und Gelenkhebel.

ranggeln gauderfest

Das Kommando für den Gauder Dreikampf mit Fingerhakeln, Handumlegen und Hufeisenwerfen am Sonntagnachmittag lautete "Beide Hakler fertig, zieht!". Kampfspiele wie solche gab es im Alpenraum ebenfalls bereits seit Jahrhunderten. Das Fingerhakeln am Gauder Fest hatte bis 1950 als eigener Bewerb Tradition.

seilziehen gauderfest

Beliebt ist mittlerweile der Gauder Sechskampf, bei dem sich Teams aus jeweils drei Personen (ab 16 Jahren) gleichen Geschlechts in Dirndl/Lederhose in Wettkämpfen rund um Traditionen der Brauerei und Landwirtschaft messen. Dabei werden bei den Bewerben Bierkistenstemmen und -kraxeln, Bierfassrollen, Bierkisten-Rallye, Seilziehen und Fasstauben-Rennen Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Kraft, Ausdauer und Teamwork unter Beweis gestellt.

 

Zuchttierausstellungen und Widderstoßen
In frühen Gauder-Zeiten waren Zuchttierausstellungen nicht wegzudenken. Die günstige Verkehrslage zog Bauern nach Zell, um hier mit Waren und Tieren zu handeln, Erfahrungen auszutauschen und den früher üblichen "Zehent" abzuliefern. Heute steht statt dem Kaufen, Verkaufen und Tauschen die Kürung von Prachtexemplaren der im Zillertal gehaltenen Pferde-, Rinder-, Ziegen- und Schafrassen.

Viele Jahre zählte das Widderstoßen, das genauen Ritualen und Regeln unterlag, zu den Höhepunkten des Gauder Festes. Entsprungen war diese uralte Tradition der asiatischen und europäischen Hirtenkultur. Damals dürfte es der kulturhistorisch älteste Tier-Wettkampf am Gauder Fest gewesen sein. Der Sieger-Widder erhielt ein Abzeichen oder einen "Buschen".
Dass die auf den Kampfplatz geführten und dann sich selbst überlassenen Tiere rasch mit einem Kampf beginnen, soll dem normalen Revierverhalten der Böcke, wie es auch auf freier Weide zu beobachten wäre, entsprechen. Proteste von Tierschützern jedoch führten schlussendlich zu einem Verbot von Widderkämpfen.

 

Bierkultur
Einen unverwechselbaren Charakter erhält das Gauder Fest durch die Bierspezialitäten von mit über 500 Jahren Tirols ältester Privatbrauerei Zillertal Bier. Der Zillertal Gauder Bock ist mit 7,8 Volumsprozent österreichweit das stärkste Festbier und wird nur während der Gauder-Fest-Zeit ausgeschenkt. Anfang September eingebraut, wird dem Gauder Bock acht Monate Zeit gegeben, um in Ruhe reifen zu können. Feine Hopfennote, edler Charakter, voller Geschmack und ein durch quellfrisches Bergwasser fein abgestimmtes, rundes Bouquet zeichnen das Gauder-Bier aus. Durch die lange Gärung schmeckt es süffig und nicht süß.



Als "großer Bruder" des Gauder Bocks gilt der Zillertal Gauder Steinbock. Dieser wird mit Zutaten aus österreichischem, kontrolliert biologischem Anbau nach einem Originalrezept aus den 1920-Jahren gebraut, enthält 10,4 Volumsprozent sowie durch doppelte Gärung 22 Grad Stammwürze und zählt als Doppel-Bockbier-Spezialität zu den lukullischen Highlights. Die Reifezeit beträgt ebenfalls acht Monate, was dem Gauder Steinbock einen besonders ausgewogenen, vollmundigen Charakter verleiht und die feinen Hopfenaromen perfekt mit der zarten Süße harmonieren lässt. Der Gauder Steinbock naturtrüb wird stets, in Großflaschen abgefüllt und mit dem jeweils aktuellen Künstlersujet versehen, im Festzelt serviert.

 

Braukunst vom Feinsten
Genießer hoher Braukunst und Bier-Sommeliers werden beim Gauder Fest von Zillertal Bier mit edlen Spezialbieren verwöhnt. Per Hand in Großflaschen abgefüllt, manche in Barriquefässern gelagert, können diese Bierspezialitäten im Zillertal-Bier-Festzelt verkostet werden. Bierkultur wird stilgerecht in Szene gesetzt sowie mit raffiniert komponierten und veredelten Spezialbieren zelebriert. Zudem gibt es in den ProBierBars eine Auswahl internationaler Bierspezialitäten.

 

Besondere Künstlersujets
2014 wurde das Gauder Fest durch die UNESCO-Kommission zum Immateriellen Kulturerbe Österreichs ernannt. Dieser Auszeichnung folgte eine besondere Kulturinitiative: Seit 2017 wird, jährlich wechselnd, durch einen Tiroler Künstler/eine Künstlerin das Motiv für die Gauder-Fest-Drucksorten (Flyer, Plakate, Aufsteller) gestaltet. So werden die das Gauder Fest seit Jahrhunderten prägenden Themen wie Brauchtum, Tradition und Geselligkeit immer wieder neu künstlerisch interpretiert.

 

Gambrinus-Freunde
Der Verein der Gambrinus Freunde wurde 2001 zur Unterstützung des Gauder Festes gegründet, 2004 darüber hinaus der Sozialfond der Gambrinus-Freunde eingerichtet. Dieser Verein hat sich der Unterstützung in Not geratener Tiroler Familien, der Förderung des Brauchtums im Allgemeinen und des Gauder Festes im Speziellen sowie der Pflege einer neuen, gehobenen Bierkultur verschrieben. Die Gambrinus-Rede wir ebenfalls von den Gambrinus-Freunden veranstaltet. Viele prominente Persönlichkeiten gehören mittlerweile dem rund 1.600 Mitglieder starken Verein an.

Der Sozialfonds, mit dem sich die Gambrinus-Freunde dem Dienst an der Gemeinschaft verschrieben haben, wird aus Mitgliedsbeiträgen, freiwilligen Spenden und den Aufnahmegebühren in der Höhe von 100 Euro für neue Mitglieder gespeist. Zillertal Bier fungiert als Sponsor und stellt die nötige Infrastruktur zur Verfügung. Über 530 Tiroler Familien konnte bisher rasch und unbürokratisch geholfen werden. Infos: www.gambrinus-freunde.at


Eintrittspreise Gauderfest 2020:

Donnerstag – Der Reinerlös fließt der Aktion „Licht ins Dunkel“ zu!
Eintritt für Zelt – ohne Sitzplatzreservierung € 29,-
Eintritt für Zelt – inkl. Sitzplatzreservierung (Bereich A, B, C, F, G, H) € 33,-
Eintritt für Zelt – inkl. Sitzplatzreservierung, 1 Essen und 2 Getränke (Bereich D, M, E, Boxe 1+2) € 53,-

Freitag:
Eintritt für Freigelände € 14,-
Eintritt für Zelt und Freigelände – ohne Sitzplatzreservierung (beschränkte Anzahl) € 26,-
Eintritt für Zelt und Freigelände – inkl. Sitzplatzreservierung im Zelt, 1 Essen und 2 Getränke € 72,-
pro Person sowie einen Vorspeisenteller und eine 1,5 lt. Flasche Gauder Steinbock für den Tisch
(Bereich A,B,C,D,E,F,G,H nur tischweise = 8 Personen)
Eintritt für Zelt und Freigelände – inkl. Sitzplatzreservierung im Zelt, 1 Essen und 2 Getränke € 81,-
pro Person sowie einen Vorspeisenteller und eine 1,5 lt. Flasche Gauder Steinbock für den Tisch
(Bereich Boxe 1+2 nur tischweise = 8 Personen)

Samstag:
Eintritt für Freigelände € 14,-
Eintritt für Zelt und Freigelände – ohne Sitzplatzreservierung (beschränkte Anzahl) € 18,-
Eintritt für Zelt und Freigelände – inkl. Sitzplatzreservierung im Zelt, 1 Essen und 2 Getränke € 53,-
pro Person sowie einen Vorspeisenteller für den Tisch (Bereich C, D, E, F nur tischweise = 8 Personen)
Eintritt für Zelt und Freigelände – inkl. Sitzplatzreservierung im Zelt, 1 Essen und 2 Getränke € 62,-
pro Person sowie einen Vorspeisenteller und eine 1,5 lt. Flasche Gauder Steinbock für den Tisch
(Bereich M, Boxe 1+2 nur tischweise = 8 Personen)

Sonntag:
Eintritt – ohne Sitzplatzreservierung € 10,-



6 Dialekt Wörter für das Gauderfest
gauderfest dialekt
 

 

 

Quellen:

http://www.gauderfest.at/
dialekt Wörter Magazin "gfiarig"
Fotos Walter Ungerank
Text: Gabi Kaiblinger

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