Der Zamser Grund | das Pfitschergründl:

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Das Pfitschergründl, auch Zamsergrund genannt, ist ein Seitenarm des Zemmgrundes und erstreckt sich vom Ende der allgemein befahrbaren Schlegeis-Uferstraße, vom sogenannten Zamser Gatterl, über sanfte Weidehänge bis hinauf zum Pfitscherjoch. Bis zum Jahre 1919 gehörte es noch zur Gemeinde Pfitsch, heute zu Finkenberg. Die Almen werden allerdings immer noch von Südtiroler Bauern bewirtschaftet.

Der Weg über den niedrigsten Alpenübergang des Zillertals, das Pfitscherjoch, hat eine lange und facettenreiche Geschichte. Bereits im 14. Jhdt. wurde Handel mit Wein aus dem Süden, sowie Vieh und Käse aus dem Norden betrieben. So bestätigte Konrad Öder um 1382, dass jenes Vieh, das vom Zillertal über das Pfitscherjoch ins Kloster Neustift bei Brixen geliefert werde, keiner Verzollung unterliege. Später war die Route über das Pfitscherjoch mit anderen Übergängen nach Süden ein beliebter Schmugglerweg. Eine alte Zollhütte am Eingang des Tales könnte aus dieser Zeit wohl „Bände“ erzählen.

Neben dem Handel war und ist das Pfitschergründl immer noch ein sehr interessantes Gebiet für Mineraliensucher. Das sogenannte „Rotbachl“ verrät zum Beispiel durch seine rostig-braune Farbe ein ergiebiges Pyritvorkommen, daneben wird aber auch Magnetit, Turmalin, Aktinolith, Bergkristall, Amethyst, Fluorit und vieles mehr gefunden. Die „Lavitzalm“ dürfte ihren Namen auch einem Mineral, dem „Lavezstein“ ( Südtiroler Ausdruck für Speckstein) verdanken.

Im Jahre 1501 wurde erstmals sogar ein Bergbau im Bereich Pfitscherjoch erwähnt und um 1560 wurde östlich vom Pfitscherjoch ein Schwefelbergbau betrieben. Schon damals gab es Beschwerden der Bauern wegen Rauchbelästigung und Zerstörung der Vegetation durch Schwefeldämpfe.


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Bei einer der zahlreich unternommenen Sammlertouren im Pfitschergründl machten Zillertaler Mineraliensucher im Jahr 2000 einen sensationellen Fund. Im Riepenkar – nahe dem Olperer – wurde eine riesige Quarzkluft mit zahlreichen steinzeitlichen Werkzeugen entdeckt. Sie scheint eine wahre „Manufaktur“ zur Herstellung von Pfeilspitzen, Klingen, Schabern und anderen Werkzeugen aus glasklarem Bergkristall gewesen zu sein. Erstaunlicherweise wurden an dieser Fundstelle auch Hornsteine aus dem Bereich Gardasee sowie aus den nördlichen Kalkalpen entdeckt. Sie beweisen, dass sich vor etwa 9 000 Jahren der Handel mit Steinzeitwerkzeugen entlang der  sogenannten „Bergkristallstraße“ von Italien bis Bayern ausgedehnt haben dürfte.


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Heute ist der Übergang über das Pfitscherjoch nicht nur ein Mekka für Steinklauber und ein gern besuchtes Ziel für Bergwanderer, sondern auch eine äußerst beliebte Route für Bergradler. Der Drahtesel muss zwar beim Aufstieg von Schlegeis auf das Joch teilweise ein Stück getragen werden, dafür bietet sich aber auf Südtiroler Seite ein Fahrweg bis ins Südtiroler Pfitschertal an und einer Weiterfahrt bis „Venedig“ steht nichts mehr im Wege.

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