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Autor: Redaktion

Es geht schu dem Zillertal zua...

Schon um 1868, als noch Stellwägen und Fuhrwerke auf holprigen Schotterwegen Menschen und Güter ins und aus dem Zillertal beförderten, tauchte in der Lokalpresse die Idee auf, eine Eisenbahnlinie ins Zillertal zu bauen.

Doch erst im Jahre 1892 gingen die Vorsteher aller Zillertaler Gemeinden und angesehene Persönlichkeiten daran, in einer Versammlung im „Gasthof Bräu“ in Zell ein Bahnkomitee zu gründen. Doktor Rainer aus Fügen, Hotelier Franz Prantl aus Jenbach und LA Caspar Schneider aus Zell erhielten 1899 die Konzession zum Bau und Betrieb der Zillertalbahn. Doch damit waren noch nicht alle Diskussionen aus der Welt geschafft. Sollte die Bahn rechts vom Ziller ab Brixlegg oder links ab Jenbach gebaut werden? Wie breit durfte die Spurweite sein, würde man sie mit Dampf oder elektrischer Energie betreiben? Schließlich einigte man sich darauf, dass es eine dampfbetriebene Schmalspurbahn auf der linken Zillerseite von Jenbach bis Mayrhofen werden sollte. Auf der Strecke von 32 km betrug der Höhenunterschied lediglich 100 m. Trotz der vorausgegangenen heftigen Diskussionen konnten die ersten 10 km bis Fügen bereits im Jahr 1900 fertiggestellt werden.

Ein Kuriosum am Rande:
Am Bahnknotenpunkt Jenbach trafen drei Bahnlinien mit drei verschiedenen Spurweiten aufeinander. Die Linie durch das Inntal mit 1435 mm Breite, die Zahnradbahn zum Achensee mit 1000 mm und die Zillertalbahn mit 760 mm Spurweite.

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Fertigstellung der Bahnstrecke und wirtschaftliche Nutzung:

Für die Finanzierung der weiteren Strecke galt es, die gesamte Bevölkerung des Tales zu begeistern und bis nach Hintertux Interessenten für die Bahnaktien bzw. Geldgeber zu finden. Schließlich gelang es bis zum Jahre 1902, die vollständige Bahntrasse bis Mayrhofen fertigzustellen. Endlich konnten Sommerfrischler und Bergsteiger bequem und schnell mit der Bahn anreisen und Einheimische mit der Zillertalbahn den „Gachzug“ in Jenbach erreichen.

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Bald wurde auch die tägliche Post an den einzelnen Bahnhöfen ab- und zugeladen. Von 1923 bis 1976 wurde das Tuxer Magnesit mit einer Materialseilbahn über den Schwendberg nach Ramsau gebracht. Dort wurde es zum Weitertransport auf die Bahn verladen. Auch die Materiallieferungen zu den Kraftwerksbauten im Zemm- und Zillergrund wären ohne Bahn kaum abzuwickeln gewesen. Allerdings führten die fehlenden Einnahmen nach Abschluss der Bautätigkeiten und der Schließung des Magnesitwerkes in den 80er Jahren zu einer massiven wirtschaftlichen Krise der Zillertaler Verkehrsbetriebe AG, wie die Gesellschaft seit der zusätzlichen Einführung von Buslinien heißt.
Die Gemeinden des Tales haben sich damals entschlossen, als Aktionäre den Erhalt der beliebten Bahn zu sichern. Deshalb tragen die einzelnen Dampfzug-Waggons die Namen der Zillertaler Gemeinden. Bis heute dampft die Zillertalbahn als eine der populärsten Schmalspurbahnen zur Freude der Einheimischen und Gäste durch unser Tal.

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