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Autor: Redaktion

Das Haufendorf Schlitters breitet sich auf dem nicht allzu steilen Murkegel des Öxlbaches aus. Er entspringt im Kellerjochgebiet und fließt oberhalb des Ortes durch eine tiefe Schlucht mit einem imposanten Wasserfall. Ein Teil der Gemeinde liegt etwa 400 Höhenmeter über dem Dorf am Schlitterberg.

Der Ortsname weist darauf hin, dass sich schon in vorrömischer Zeit Dauersiedler in Schlitters niedergelassen haben. 931 wird der Name „Slitteres“ erstmals urkundlich erwähnt, als der Salzburger Erzbischof Adalbert seinem Lehensmann Rafold die Besitzungen von Schlitters übergab. Im 12. Jahrhundert hatten die edlen Ritter von Schlitters in einer Burg oberhalb des Dorfes ihren Ansitz. Zu deren ansehnlichem Besitz gehörte auch der Achensee und seine Umgebung, den sie im Jahre 1120 dem Kloster St. Georgenberg schenkten.

Als im Jahre 1275 die Ritter von Schlitters ausstarben, ging die Grundherrschaft an die Rottenburger und später an die Landesfürsten von Tirol über.

Während der Blütezeit des Schwazer Bergbaues vom 15. bis zum 17. Jahrhundert wurde auch im Raum Schlitterberg nach Silber und Kupfer geschürft. Obwohl die Reviere um Schlitters nicht so ergiebig waren wie in Schwaz, kam mit den Knappen doch ein beachtlicher Wohlstand ins Dorf. Noch heute erinnert eine in die Außenfassade der Pfarrkirche eingemauerte Erzstufe an jene blühende Bergbauzeit, in der Schlitters nahezu gleich viele Einwohner zählte wie heute.

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Eine wechselvolle Geschichte weist auch der Schlitterer See auf. Erzherzog Sigmund der Münzreiche und Kaiser Maximilian ließen einen Teich zur Fischzucht mit einem Fischerlusthaus anlegen. Im 18. Jhdt. betrug die Größe des Sees etwa 28 Hektar. Mit der Ausbeute an Fischen wurden das Kloster St. Martin und das Franziskanerkloster in Schwaz beliefert. Bis zur weitgehenden Trockenlegung des Sees um 1790 wurde sogar die landesfürstliche Tafel in Innsbruck mit Fischen aus Schlitters versorgt. Heute erinnert nur noch ein neu angelegter Badesee an jene Zeit.

Eine große Katastrophe erschütterte die Gemeinde im Jahre 1809. Ein französischer Soldat war beim Einzug der Franzosen erschossen worden und als Racheakt legte man 55 Häuser von Schlitters in Schutt und Asche. Das bedingungslose Zusammenhalten der Bevölkerung bei diesem Unglück und manchen Naturkatastrophen trug den Dorfbewohnern den Spitznamen „Schlitterer Kettn“ ein. Ignaz Mitterer komponierte diesem Umstand zur Ehre den „Schlitterer Kettn-Marsch“.

Kirchengeschichte:

Bis zur Brandkatastrophe, bei der auch die Severinkirche vernichtet wurde, gab es in Schlitters noch zwei Gotteshäuser. Heute steht nur noch die Pfarrkirche zum hl. Martin.

Um 1330 wurde erstmals eine Martinskirche erwähnt. Wahrscheinlich vollendete um 1505 Lienhard Plutauer, einer der großen Meister der Hagauer Bauhütte, die spätgotische Kirche mit dem 66 m hohen und damit höchsten Turm des Tales. Die Glocken aus der ehemaligen Severinskirche, hergestellt in der berühmten Glockengießerhütte Löffler, läuten nun im Turm der Pfarrkirche.

Um 1750 wurde der Innenraum des Gotteshauses barockisiert. Die Deckenfresken, die sich auf den hl. Martin beziehen, sind ein Werk des bekannten Tiroler Rokokomalers Christoph Anton Mayr. Josef Arnold schuf 1822 das Bild des hl. Martin auf dem barocken Hochaltar.

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Quelle: Hans Vilas „Das Schwazer Bezirksbuch“ und Beatrix & Egon Pinzer „Zillertal, Tuxertal, Gerlostal“

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Offizielle Seite der Gemeinde Schlitters
Schlitters auf Wikipedia

Brandberg

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Uderns

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Zell

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Zellberg

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