Rohrberg gehört wie Zell, Hainzenberg und Gerlosberg zu den „goldenen“ Gemeinden (d.h. hier wurde Goldbergbau betrieben).
Schon das Wappen - drei Schilfrohre auf einem symbolisierten Berg in der Farbe Gold gehalten - sollen auf die Suche nach dem edlen Erz in der Gemeinde Rohrberg hinweisen.
Das 10,17 km² große Gemeindegebiet von Rohrberg erstreckt sich sowohl im Talbereich als auch über die steilen Sonnenhänge des Rohrberges und besteht aus den Ortsteilen Rohr, Haslach, Hochfeld und den Streusiedlungen am Westhang der Karspitze. Diese ist der letzte südwestliche Ausläufer der Kitzbüheler Alpen und ist ein herrlicher Aussichtsberg. Die kleine Gemeinde mit ihren 536 Einwohnern hat ihren Sitz im Ortsteil Rohr - nordöstlich von Zell. Kirchlich gehört Rohrberg zur Dekanatspfarre Zell.

Rohrberg wurde im Jahre 1350 erstmals urkundlich erwähnt. Um 1779 wurde es im Steuerkataster als Hauptmannschaft des Pflegegerichtes Zell genannt. Im Jahre 1817 entstand daraus die politische Gemeinde Rohrberg. Vom 16. bis zum 19. Jhdt. wurde am Rohrberg ein gewerkschaftlicher Goldbergbau betrieben, der im Jahre 1838 aus Rentabilitätsgründen geschlossen wurde. Am Fuße des Rohrberges befand sich das Pochwerk zum Zerkleinern des erzführenden Gesteins.
Das sogenannte „Gallerhaus“ wurde als Verwaltungsgebäude des Bergwerkes geführt. Oberhalb dieses Hauses führten zwei Stollen in den Berg, ein weiterer südlich des Gasthofs „Infang“. Später erwarb Kammersänger Felix Kraus aus München das ehemalige Verwaltungsgebäude und baute es zur „Villa Kraus“ um. Nach dem berühmten Künstler wurde auch ein schön angelegter Wanderweg, die sogenannte „Krauspromenade“ benannt.

Im Jahre 1809, als die Soldaten Napoleons am rechten Zillerufer vordrangen, wollte ein gewisser Matthias Kupfner sein besonders schönes Pferd vor den Franzosen in den Wald retten. Er wurde jedoch von den Soldaten gestellt und erschossen. Ein Bildstock erinnert noch heute an diese Begebenheit.
Am Fuße des Rohrberges wurde während des zweiten Weltkrieges von der Tiroler Wasserkraft-AG das Gerloskraftwerk errichtet, das aus dem Speichersee Gerlos-Gmünd gespeist wurde. Um 1953 musste dieses Werk der Tauernkraftwerk-AG übertragen werden.
Mit dem zunehmenden Bedarf an Aufstiegshilfen für Wintertouristen reifte in den 70-er Jahren der Entschluss, zusätzlich zur bereits bestehenden „Grindlalm-Seilbahn“ die „Kreuzjochbahn“ zu errichten. 1978/79 wurde schließlich das Schigebiet „Ski-Zell“ - heute „Zillertal Arena“ eröffnet. Auf Grund dieser großen Erneuerung und des zusätzlichen Ausbaues des Hauptweges auf den Rohrberg konnte ein starker Anstieg des Tourismus in der Gemeinde verzeichnet werden.
Textquellen: Beatrix & Egon Pinzer „Zillertal, Tuxertal, Gerlostal, Hans Vilas „Das Schwazer Bezirksbuch“
Bildquelle: Fotoarchiv Walter Ungerank

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