Wallfahrtskirche Maria Brettfall Strass
Hoch droben, am Eingang des Zillertals:
Hoch über Strass, auf einem 700 Meter hoch gelegenen Felskopf, ragt sie empor – die Wallfahrtskirche und einstige Einsiedelei Maria Brettfall, eine Station des Tiroler Jakobsweges. Erwandert werden kann sie von Strass aus entlang der Kreuzwegstationen in rund 30 Minuten, von Rotholz aus in rund 45 Minuten.
Einst soll sich auf dem Felsen eine Wallburg befunden haben. Im Schwazer Bergbuch findet die "Erbauung von Kirchlein und Eremitage Maria am Brettfall" erstmals 1536 Erwähnung. Der Name "Maria Brettfall" kommt aus dem Lateinischen und leitet sich entweder vom Ausdruck "super vallem" – "über dem Tal" oder "prae vallum" – "vor dem Wall" ab. Eine andere Möglichkeit besagt, dass der Name sich auf den devonischen Schwazer Dolomit, aus dem der Felsen besteht, bezieht. Durch den Berg führt der 1336 m lange Brettfalltunnel der Zillertalstraße.
Um das Jahr 1650 herum sind die ersten Blinden und Kranken zu "Maria Brettfall" gepilgert, um Genesung zu finden. 1671 ist schließlich eine Bretterkapelle und 1711 die erste gemauerte Kirche entstanden. Die kleine Kirche, die aus einem quadratisch angelegten Kirchenschiff sowie aus einem achteckigen Turm inklusive Kuppel und Laterne besteht, steht heute noch an ihrem Platz und in ihr seit 1765 eine Gnadenstatue über dem Tabernakel. 
1729 ist sie geweiht, von 1851 bis 1853 restauriert worden. Zudem sind Seitenaltäre geschaffen worden – links sind der Heilige Antonius und der Heilige Leonhard zu sehen, auf der rechten Seite der Heilige Wendelin und der Heilige Aloisius. Über dem Eingang ziert das 1947 von Rafael Thaler geschaffene Marienfresko mit Sonnenuhr die Kirche. 2006 und 2007 ist die Kirche abermals renoviert, ein Jahr später sind die Kreuzwegstationen erneuert worden. Die ganzjährig in der Kirche aufgestellte Krippe stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Die einstige Einsiedler-Wohnung oberhalb der Kirche ist in den Jahren 1961 bis 1980 zu einem Gasthaus umgebaut worden. Der erste Einsiedler auf Maria Brettfall ist 1536 Stoff Weymoser gewesen, einer der bekanntesten Franz Margreiter aus Alpbach. Diesem ist es zu verdanken, dass nach den Schließungen durch Kaiser Josef II im Jahr 1786 sowie durch bayerische Behörden im Jahr 1810 Maria Brettfall nach jeweils einem Jahr wieder geöffnet werden hat können. Betätigt hat sich "Brettfallfranzl" als Kupferstecher und so etliche Andachtsgegenstände geschaffen, bis er 1829 bei einem Brand in der Einsiedelei ums Leben gekommen ist. 1843 ist Einsiedler Nikolaus Anhell von der Kuratie abgelöst worden und hat fortan als Mesner gewirkt. Die Klause gehört bis heute zur Kuratie, der letzte Mesner, Josef Schmiderer, ist 1944 verstorben.
Quelle:
https://de.wikipedia.org/wiki/Maria_Brettfall






