Museum in Zell
Den Hauch der Zeit spüren
Wohl einzigartig im ganzen Tal ist es gewesen, als 1991 der, wie ein Firstbaum belegt, 1713 in Schwendau erbaute Hof "Entoal" abgetragen und - mit der Sicherung einer gleichermaßen jahrhundertealten und kulturell wertvollen Bausubstanz – ab Herbst 1994 in Zell originalgetreu wiederaufgebaut worden ist. Seither wird im "Zillertaler Regionalmuseum" Geschichte dokumentiert und so mancher "Bund fürs Leben" geschlossen.
Die letzte Besitzerin Rosina Tipotsch hat das Gebäude "Entoal" an den Kiwanis-Club Zillertal veräußert. Von diesem wiederum ist die Bausubstanz der Marktgemeinde Zell am Ziller überlassen worden. Die Geschicke des im Jahr 2000 gegründeten Museumsvereins Zillertal führt Obmann Peter Dolinseck.
Heute stellt der Hof "Entoal" das erste historische Objekt des Zillertaler Regionalmuseums dar, welchem eine Hauskapelle, ein Wirtschaftsgebäude in Form des aus dem Tuxertal stammenden "Löber-Stalles", ein originalgetreu nachgebauter Backofen und eine Brennhütte gefolgt sind. Ergänzt worden ist das Ensemble schließlich noch um einen Kornkasten, einen Brunnen, eine "Schupfe" (Unterstand) und den in der Vergangenheit bei jedem Gehöft üblichen Hausgarten. Fertiggestellt worden ist außerdem die "Wimpisinger-Stube" im Keller des Regionalmuseums. Der Stil des Raumes, der gegen Ende des 19. Jhd. entstand, wird landläufig als "Bauern-Barock" bezeichnet.
"Lebendes Museum"
Alles andere als "verstaubt" geht es im Zillertaler Regionalmuseum zu. Anhand unterschiedlicher Exponate wird das einstige bäuerliche Leben und Arbeiten anschaulich dargestellt. Verschiedene Aktivitäten und Vorführungen alter, vielfach bereits in Vergessenheit geratener Handwerkskünste geben Einblick in den Alltag früherer Tage. So zeugt zum Beispiel ein alter Webstuhl, wie er bis Ende der Dreißigerjahre in nahezu jedem Bauernhaus zu finden gewesen ist, von der Zunft der (Leinen-, Loden- oder Teppich-) Weber. Immer wieder werden außerdem neue Ausstellungsschwerpunkte gesetzt.
Geöffnet ist das „Zillertaler Regionalmuseum“ von Juni bis September Montag bis Freitag, 10.00 bis 16.00 Uhr. Anmeldungen für Gruppenführungen: 0664/1313787 oder 4408.
Tradition hat schon der Museumskirchtag, der jährlich am "Hohen Frauentag", den 15. August, am Museumsareal stattfindet. Im Juni 1996 gab sich das erste Paar in der über dreihundert Jahre alten Stube das "Jawort", mittlerweile finden regelmäßig standesamtliche Trauungen statt. Details und Infos: 05282/2222-25,
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