Das Strasserhäusl in Laimach im Zillertal
Ein nostalgisches Kleinod mit historischem Flair
Einst beherbergte das "Strasserhäusl" die "Geschwister Strasser aus dem Zillerthale"
"Hier lebten die Strasser Kinder, welche im Jahre 1832 das Lied 'Stille Nacht, Heilige Nacht' nach Leipzig und damit in die Welt brachten", ist auf einer Tafel im 1714 erbauten "Strasserhäusl" in Hippach/Laimach zu lesen. Das Museum, das mittlerweile unter Denkmalschutz steht, hat eine ganz eigene, besondere Geschichte zu erzählen, ist es doch das Elternhaus der Geschwister Strasser, die d a s Weihnachtslied als erste über Österreichs Grenzen hinausgetragen haben.
Die Not war es, welche die Geschwister Amalia, Anna, Karolina und Josef Strasser 1831 veranlasste, sich auf den langen Weg nach Leipzig zu machen, um sich dort auf dem Weihnachtsmarkt als Handschuhhändler zu verdingen. Mit im Gepäck außerdem heimatliche Lieder, mit denen sie sich in Gasthäusern einen Schlafplatz und Verpflegung ersangen, und – das Lied "Stille Nacht! Heilige Nacht!".
Dieses brachte einst der Fügener Orgelbauer Carl Mauracher aus Salzburg ins Zillertal mit. Als es die Ur-Rainer-Sänger im Fügener Schloss anlässlich eines Besuchs von Graf Dönhoff und Kaiser Franz I vortrugen, hörten es auch die Strasser-Kinder und waren fasziniert davon.
Sie verliehen dem Lied ihre eigene Note. Denn durch ihre dreistrophige Fassung wurde "Stille Nacht" als "Volkslied aus dem Tiroler Zillerthale" weltbekannt. Die Aufzeichnung des Liedes in Leipzig und dessen Verbreitung rund um Leipzig mittels Verlag A. R. Friese sowie deutscher Schulgesangsbücher belegen dies. Folgende Auftritte der Rainer-Sänger führten schließlich bis nach Amerika und verbreiteten das Lied weiter.
Die aus dem Jahr 1818 ursprüngliche sechsstrophige Salzburger Originalfassung von Komponist Franz Xaver Gruber und Autor Joseph Mohr wurde 2011 von der UNESCO als "Immaterielles Kulturerbe" in Österreich anerkannt.
Als wäre die Zeit stehengeblieben
Neben der Geschichte der Strasserkinder mit Abbildungen der Familie, Original-Noten und ebenfalls noch Handschuhen aus dieser Zeit, teilt der uralte Holzblockbau des Strasserhäusls mit seinen rauchgeschwärzten Balken, Butzenscheiben und Türbeschlägen noch mehr mit. Die alte Stube mit Walzenofen und Herrgottswinkel, die dunkle Rauchkuchl, die Schlafzimmer mit karierter Bettwäsche und Nachttopf, das Plumsklo, alte Arbeitsutensilien sowie von Hand hergestellte Gerätschaften, die heimische Tracht und vieles mehr – all das erzählt vom damaligen kargen Leben der Zillertaler Bauern und so manchem fast schon vergessenen Handwerk. Dass so ein Stück Heimatgeschichte und Zillertaler bäuerliche Kultur weiterleben darf, ist der Verdienst von Rosa Kraft, die im Jahr 2000 das "Häusl" in ihre Obhut nahm und seitdem bis zu ihrem ableben liebevoll unzählige Orginal-Exponate gesammelt und gepflegt hat. Im Jahr 2020 ist das Musem wieder in das Eigentum der Gemeinde Hippach übergegangen.






