Die Zillertaler haben im Dezember 2018 ihre Karriere beendet.
Interview: Die Zillertaler
Bereits seit über 40 Jahren sorgen „Die Zillertaler“ für urig-fetzigen Sound. Florian und Werner Prantl sowie Toni Ringler traten urprünglich als „Colibris“ und später als „Orig. Zillertaler Jodlertrio“ auf und zählen so zu den volkstümlichen Pionieren, die behutsam einen neuen Musikstil prägten. Der Durchbruch gelang dann mit einem Auftritt im „Musi- kantenstadl“ 1982. Zehn Jahre später formierten sich die drei zu „Die Zillertaler“ und errangen gleich Platz 2 beim „Grand Prix der Volksmusik“. 1994 kam Er- win Schiestl dazu, 1998 Roman Reicht, der vor drei Jahren von Helmuth Grünbacher abgelöst wurde. Das Motto „Singen, tanzen, fröhlich sein“ haben sich die fünf Burschen bis heute erhalten. Toni Ringler stand „gfiarig“ Rede und Antwort.
Wie schafft man es, so lange miteinander zu „g‘schaffen“? Das Wichtigste ist, dass man gerne musiziert, gesund und be- ständig ist. Dann muss man eine klare Aufgabenverteilung haben. Bei uns ist Flori für die „Gaudi“, für Bühne und Technik zuständig. Werner arrangiert die Lieder, ich regle Management und Fi- nanzen. Beruf, Familie und Musik unter einen Hut zu bringen, ist auch ein bisschen Glückssache. Es muss einem selbst gut gehen, damit man immer halbwegs gut drauf sein kann.
„Die Zillertaler – wo Musik zum Erlebnis wird“ ist euer Credo. Wodurch wird die Musik bei euch zum Erlebnis? Ein „Muss“ ist es bei uns, dass auf der Bühne auch etwas fürs Auge geboten wird. Wir haben schon relativ früh Bilder eingeblendet, das war damals aufwändig und ein bisschen dem Werner „sein Kind“. Ende der 90er stiegen wir auf Videoeinspielungen um, die wir zu den besten Liedern auf- genommen hatten. Die Musik, die Qualität der Tonanlage, das Licht, die Bilder – dies alles soll- te eine gute Einheit ergeben.
Von 2002 bis 2012 fand alle zwei Jahre euer „Achensee-Benefiz-Open-Air“ zugunsten des CF-Vereins Tirol statt, wobei insgesamt die stolze Summe von 120.000 Euro zusammen- kam. Was war eure Motivation, Menschen zu helfen, die an Mu- koviszidose leiden? Als Lehrer hatten Flori und ich fast zeitgleich je einen Schüler, der an dieser Krankheit litt. Da- her haben wir uns damit ausei- nandergesetzt und uns gefragt, wie wir helfen könnten. Durch die Eltern der betroffenen Kin- der haben wir von diesem Verein gehört und dann als Erstes alles, was beim Open-Air zu unserem 30-jährigen Jubiläum einging, gespendet. Jetzt überlegen wir, was wir machen können, um den Verein weiterhin zu unterstützen.
Und ihr engagiert euch außerdem für Licht ins Dunkel? Uns geht es schon so lange zusammen gut, da möchten wir was tun und weitergeben. Vor zwei Jahren haben wir eine Single-Weihnachts-CD aufgenommen. Die Produktionskosten übernahm die Sparkasse Kufstein, so konnten wir alles, was eingespielt wurde, an Licht ins Dunkel geben, zweckgebunden zur Soforthilfe für Tiroler Familien. Letztes Jahr wurden zusammen mit den JUZIs fünf Lieder für eine Weihnachts-CD aufgenommen. Martin Reiter half uns, die Sparkasse Kufstein unterstützte uns wieder. Zurzeit wird mit den JUZIs an einer DVD gearbeitet.
Ist ein neuer Tonträger in Aussicht? Unser neues Album wird im August fertig und kommt im Herbst auf den Markt. Wir arbeiten dafür erstmals mit dem Label JUZI-Entertainment zusammen. Auf dem Tonträger werden zwölf Lieder zu hören sein - drei Eigen- kompositionen, die restlichen bunt gemischt von bekannten Komponisten aus der Szene.
Ihr seid auch Vorbild für den Nachwuchs, habt ihr doch sozusagen die Liebe zur Musik an die JUZIs, also „Die jungen Zillertaler“ weitergegeben. Toni, dein Sohn Michael, sein Neffe Daniel (der zudem ein Neffe von Florian ist) und deren Freund Mar- kus, sind nun ebenfalls schon seit 20 Jahren erfolgreich mit einer noch spaßigeren Variante der volkstümlichen Musik unterwegs. Seid ihr stolz auf sie? Absolut. Wir haben ihnen geholfen, damit sie unsere Fehler nicht machen mussten, haben sie aber trotzdem ganz schnell losgelassen, damit sie ihren eigenen Weg gehen können. „Jung und frech“ – das ist sicher ihr Erfolgsrezept.






