Interview: Zillertaler Briada
Einige Jahre zusammen spielen und dann endlich das erste Album herausbringen - so machen es die meisten volkstümlichen Musikgruppen. Martin und Andreas Kupfner sind anders. Bereits in anderen Formationen erfolgreich, brachten die zwei Musiker heuer im März erst eine CD heraus und gründeten danach offiziell das Duo „Zillertaler Briada“.
Wie ist es zu eurem Album gekommen?
Seit dem Jahr 2014 komponieren wir Lieder für verschiedene Gruppen. Da wir beide nicht Gitarre spielen können, überlegten wir uns, die Lieder mit Harmonika, Harfe und E-Bass aufzunehmen. Unser langjähriger Plattenproduzent Christian Rasinger von Tyrolis hörte das auf Demos, und schlug vor, doch miteinander eine CD mit Eigenkompositionen aufzunehmen.
Und das klappte? Sehr gut sogar. Diese MusikKombination ist noch ganz natürlich und bodenständig. So heißt unser Album „Urig und schneidig“ und präsentiert 13 Lieder im typischen Ur-Zillertal-Stil.
Die habt ihr alle selbst komponiert?
Bis auf vier Titel. Wir haben zum Beispiel das Hochzeitslied „Der schönste Tag“, das Matthias Rauch speziell für ein Brautpaar als Geschenk geschrieben hatte, als Bonustitel auf der CD. Dies geschah aber nur auf Wunsch von Matthias und des Produzenten, da viele Leute, die dieses Lied gehört hatten, auch nach einer CD-Aufnahme fragten.
Wie sieht‘s mit dem Texten aus?
Dafür haben wir Markus Klein aus der Kölner Gegend. Er schreibt seit Beginn an für uns die Texte und das nicht nur in Deutsch, sondern mittlerweile auch in richtigem Zillertaler Dialekt. Nur einen Song haben wir selbst getextet, er heißt „Da Fachtltroga“. Dieses Lied erzählt, wie ein Tag früher am Bergbauernhof ausgesehen hat, als es noch keinen Mähtrack und andere Maschinen zum Heueinfahren gab.
Da das „gfiarig-Zillertaler Wörterbuch“ schon Tradition hat, müsst ihr jetzt aber das Wort „Fachtltroga“ erklären. „A Fachtltroga“ ist jemand, der zusammengebündeltes Heu auf dem Kopf in den Stall oder in die „Reme“ (Scheune) trägt.
Wollt ihr weiterhin als Duo musizieren?
Auf alle Fälle. Beim Komponieren haben wir bemerkt, dass unsere Stimmen recht gut harmonieren und unsere Art Musik mit Ziacha und Harfe sehr gut klingt. Deshalb spielen wir gerne auf Hochzeiten, Geburtstagen, Bällen usw., natürlich auch unplugged (ohne Strom), wenn erwünscht.
Martin, du bis jetzt 43 Jahre alt. Du hast dir bereits mit zehn Jahren von Max Schneeberger vom „Zillertal Duo“ erste Griffe auf der Tiroler Harfe zeigen lassen und hast dieses Instrument selbst erlernt. Mit zwölf Jahren hast du in Andy Sporer deinen ersten Musikpartner gefunden, der mit dir die „2 Lausbuam“ gründete. Wie ging‘s weiter in deiner über 30 Jahre langen Laufbahn zum mittlerweile „alten Hasen“ in der Musikbranche?
Nach drei tollen Jahren der „Lausbuam“ nahm Andy das Angebot an, bei den „Zillertaler Bergzigeunern“ einzusteigen. Ich brachte mir daraufhin selbst das Spielen auf der Steirischen Harmonika bei und gründete mit meinem Bruder Mike sowie Hansi Schweiberer das „Gerlosstein Echo“, mit dem ich zehn Jahre erfolgreich durch die Lande tourte. Als dann Hansi im Jahr 2000 die Musik an den Nagel hängte, wurde die Gruppe „ZiM“ gegründet, mit der ich acht Jahre lang sehr schöne Momente erlebte.
In dieser Zeit wurde das rasante Spielen der „Tiroler Buam Polka“ mit deiner Steirischen auf dem Rücken liegend - noch dazu auf einem Tisch - zu deinem Markenzeichen?
Ja, die „Tiroler Buam Polka“ gehörte zum fixen Bestandteil bei den Auftritten von „ZiM“. 
Nach der Zeit von „ZiM“ wolltest du die Musik an den Nagel hängen?
Ja richtig. Nach den schönen erfolgreichen Jahren von „ZiM“ wollte ich eigentlich die Musik nur noch zum Hobby machen und das gelang mir auch ein „volles“ halbes Jahr. Aber schon im Jahr 2009 gründete ich mit Willi Pfister das Duo „Zillertaler Nachtschwärmer“. Seitdem bin ich mit Willi bei verschiedensten Anlässen unterwegs. Heuer kommt zu den „Zillertaler „Nachtschwärmern“ noch das Duo-Projekt „Zillertaler Briada“ sowie das Soloprojekt „ZiM Martin“ dazu und somit wurde das Hobby Musik wieder zum Beruf.
Also, langweilig wird dir sicher nicht. Was bedeutet die Musik für dich?
Für mich ist sie eigentlich mein Leben, da sie mich schon von klein auf begleitet. Mein Ziel ist, dass ich mit 70 Jahren noch auf einer Bank hocke und Ziacha oder Harfe spiele und dass mich die Freude daran nicht verlässt.
Andreas, du bist ja erst 24 Jahre jung und ebenso bei „Zillertal Pur“ aktiv. Was ist dein musikalisches Ziel?
Dass die Musik so lange wie möglich Freude macht, denn solange man‘s gern tut, tut man‘s.
Kontakt:
Zillertaler Briada
Martin Kupfner
0664/5002382
www.zim-martin.com






