Interview: Kalli & Friends (Nov. 2020)
Alfred Geisler, Andreas Kupfner und Alexander Reichinger ließen sich durch die CoronaSanktionen nicht unterkriegen. Im Gegenteil – sie bündelten ihre musikalischen Erfahrungen und gründeten das Trio „Kalli & Friends“. Alfred erzählt über die Motivation der „drei lässigen, lustigen Typen“.
Wie und warum ist es zu dieser Entscheidung gekommen?
Da muss man einige Jahre zurückgehen. Ich war ca. zehn Jahre Mitglied bei den „Bergcasanovas“ aus dem Zillertal. Ich hörte damals mit Musik auf, weil mir der Aufwand, um so eine Band professionell zu betreiben, einfach zu groß war. Durch den Druck, den du als professionelle Band hast, ging bei mir die Freude, Musik zu machen, verloren. Mit „Gaudi“ Musik zu machen war einfach verloren gegangen, und deshalb hörte ich bei den „Bergcasanovas“ auf. Ich war danach so leer, dass ich einige Jahre kein Instrument mehr in die Hand nahm! Vor ein, zwei Jahren jedoch kam die Freude, Musik zu machen, zurück. Von den vielen Menschen, die ich als Touristiker kenne, wurde ich des Öfteren gefragt, ob ich nicht mit dem einen oder anderen Musikkollegen auf einer kleinen Feier aufspielen könnte.

Somit kam es zu einer „anderen Art und Weise“ Musik zu machen?
Ja, es kam immer wieder vor, dass wir auch für kleinere Hochzeiten oder Feiern Anfragen erhielten. Dafür waren wir als volkstümliche Unplugged-Band ideal, doch das Repertoire war für einen ganzen Abend zu klein. Bei Hochzeiten ist das Publikum bunt gemischt, und es soll natürlich für jeden etwas dabei sein – Austropop, aktuelle Hits, Schlager usw. Dann hast du als Band zwei Möglichkeiten – entweder du holst dir einen Computer, um „Playbacks“ einzuspielen, oder du benötigt eine fünf bis sechs Mann starke Live-Band, um diese Musik darzubieten. Das wollte ich nicht, deshalb suchte ich mir zwei Jungs, mit denen ich sowohl Volksmusik als auch andere Genres musikalisch „unplugged“ abdecken konnte. Mit Andi und Alexander fand ich zwei ideale Kollegen.

Was ist die Idee dahinter? Was war euer Antrieb?
Die Idee war, mit dem kleinstmöglichen Aufwand das Bestmögliche herauszuholen. Mit Alexander, der für seine großartige Stimme schon längst in der Musikbranche bekannt ist, sowie Andreas, dem die Musik ebenfalls in die Wiege gelegt worden war, hatte ich zwei großartige Musiker für dieses Projekt gefunden. Nach der ersten gemeinsamen Probe wussten wir, das passt nicht nur musikalisch, sondern wir sind auch von den Typen her auf der gleichen Welle!
Wie kam es zu dem Namen?
Wir spielten heuer im CoronaSommer auf vielen kleineren Feiern sowie Partys. Immer öfter wurden wir gefragt, wie wir denn heißen - bisher war das für uns überhaupt nicht wichtig. Doch es war klar – das Kind benötigt jetzt einen Namen! Vom Edelweiß- und Enzian-Trio wollten wir generell nichts wissen, außerdem passt so ein typisch volkstümlicher Bandname nicht zu diesem Projekt. Ein ganz enger Freundeskreis aus Kindheitstagen sagte „Kalle“ zu mir. Dies war mir sozusagen von meinem Vater (alias Karl) weitervererbt worden. Andis zweijähriger Sohn ist ein großer Fan von mir und sagt immer „Kalli“ zu mir – so kam es dann halt, dass wir uns auf „Kalli & Friends“ einigten. Da Andi und Alex ja noch in anderen Bands Musik machen, kann es sein, dass ich mal sozusagen einen anderen „Friend“ zu einem Auftritt mitbringe. Deshalb war es wichtig, dass wir uns auf einen Bandnamen einigten, mit dem die Band flexibel bleibt.

Welche musikalischen Qualitäten bringt jeder von euch mit?
Jeder Einzelne von uns ist in einem gewissen Bereich wichtig für „Kalli & Friends“. Alex begeistert sicherlich neben seiner instrumentalen Vielfalt mit seiner wunderbaren Lead-Stimme. Nicht umsonst krönte er sich mit seinem Soloprojekt „Alexander Reichinger“ vor zwei Jahren beim ZDF-Fernsehgarten zum „Sommerhitkönig 2019“! Andi und ich runden das Ganze sowohl instrumental als auch gesanglich ab. Wir drei können uns die Instrumente gegenseitig per Zufallsprinzip reichen. Das macht uns extrem flexibel, was heutzutage einfach gewünscht wird.
Was habt ihr alles geplant, in welche Genre-Richtung soll es gehen?
Wir sind da extrem flexibel – das ist ja genau das, was uns
ausmacht. Bei den meisten Auftritten, die wir haben, gehen wir von Tisch zu Tisch. Das heißt, du spielst bei einem Tisch mit älteren Personen und am nächsten sitzen junge Gäste. Deshalb kann es durchaus sein, dass wir eine alte Volksweise mit einem schönen Jodler darbieten und beim nächsten Tisch einen Titel von Seiler und Speer spielen.
Ihr spielt meistens unplugged?
Ja, genau. Meistens benötigen wir keinen großen Aufwand. Wir ziehen so durchs Lokal, wo wir gerade spielen, und sind sozusagen fast ein Teil vom Publikum. Für den zweiten Teil, speziell wenn es ein wenig größere Veranstaltungen sind, haben wir zudem ein kleines Sound System, wo wir aber nur unseren Unplugged-Sound von der Lautstärke her unterstützen.
Gibt es einen Vorteil, wenn alles ein wenig „reduzierter“ stattfinden muss?
Ja, es ist einfach anders! Wobei,was ist momentan schon normal? Nein, Scherz beiseite. Als junger Musiker träumt man immer von der großen Bühne, vom Open Air oder Konzert mit vielen Tausenden Fans. Uns reicht es aber mittlerweile, wenn wir spüren, dass unsere Musik die Menschen berührt. Ob das bei einem Auftritt mit vielen oder wenigen Gästen stattfindet, ist für uns sekundär. Die Nähe zum Publikum hat seinen eigenen Charme. Und wenn es sich manchmal bei unserem Publikum um bekannte Persönlichkeiten handelt, ist es in dieser Atmosphäre Musik zu machen ebenfalls etwas ganz Besonderes. Gemeinsam mit David Alaba und einigen seiner Fußballkollegen „I am from Austria“ zu singen oder mit Andreas Gabalier seine eigene Nummer im kleinen Rahmen zum Besten zu geben, kommt immer wieder mal vor und ist eine sehr coole Erfahrung.
Wann und wo gibt‘s euch zu sehen und zu hören?
Durch Corona kann momentan meist nur sehr kurzfristig geplant werden. Am besten ist es, unsere sozialen Kanäle wie Facebook und Instagram zu verfolgen.

Kontakt:
Kalli & Friends
Alfred Geisler
0664/4139038
www.fb.com/kalliandfriends
Instagram: kalli_friends






